Windows 10 erhält seit Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates mehr. Für viele kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das: Handeln ist jetzt Pflicht, nicht Kür. Doch zwischen Tagesgeschäft, Budgetplanung und der Angst vor IT-Ausfällen bleibt das Thema oft liegen – bis es zu spät ist.
In diesem Artikel erfährst du, was das Support-Ende konkret für dein Unternehmen bedeutet, wie du in 30 Minuten Klarheit über deinen Status bekommst und welche Schritte dich sicher zu Windows 11 bringen – ohne Datenverlust und ohne tagelangen Stillstand.
Das Wichtigste vorab: Du musst kein IT-Experte sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mit diesem Fahrplan behältst du die Kontrolle.
Was EOL praktisch bedeutet (und warum „läuft doch noch“ gefährlich ist)
End-of-Life klingt abstrakt. Konkret heißt es: Ab sofort werden keine Sicherheitslücken mehr geschlossen. Jede neu entdeckte Schwachstelle bleibt offen – und Cyberkriminelle wissen das.
Die drei größten Risiken für dein Unternehmen:
1. Cybersicherheit: Offene Scheunentore Ohne Sicherheitsupdates wird jedes Windows-10-Gerät zum Einfallstor. Ransomware-Angriffe auf veraltete Systeme haben in den letzten Jahren um 340% zugenommen. Ein einziger infizierter Rechner kann dein gesamtes Netzwerk lahmlegen.
Ein Handwerksbetrieb aus Norddeutschland hat 2024 eine „kostenlose Windows-11-Version“ aus dem Internet heruntergeladen – vermeintlich, um Lizenzkosten zu sparen. Resultat: Ransomware verschlüsselte alle Kundendaten und Projektpläne. Lösegeld: 15.000 €. Datenverlust: komplett. Betriebsausfall: 9 Tage.
2. Compliance & Versicherungsschutz Viele Cyberversicherungen schließen Schäden durch veraltete Systeme explizit aus. Auch DSGVO-Anforderungen („Stand der Technik“) erfüllst du mit Windows 10 ab jetzt nicht mehr. Bei Datenpannen drohen Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des Jahresumsatzes.
3. Kompatibilität & Produktivität Neue Software wird zunehmend nur noch für Windows 11 entwickelt. Kollaborations-Tools, Branchensoftware, moderne Hardware-Treiber – was heute noch läuft, funktioniert morgen vielleicht nicht mehr. Du verlierst schleichend Anschluss.
Klartext: Jeder Tag auf Windows 10 ist ein Tag mit erhöhtem Risiko. Das ist keine Panikmache, sondern die Realität in der IT-Sicherheit.
Bestandsaufnahme in 30 Minuten: Was du wirklich wissen musst
Bevor du irgendetwas kaufst oder umstellst: Verschaff dir einen Überblick. Diese vier Bereiche musst du kennen:
1. Geräte-Check: Was kann Windows 11 überhaupt?
Windows 11 hat strengere Hardware-Anforderungen als sein Vorgänger. Die wichtigsten:
- TPM 2.0 (Trusted Platform Module) – ein Sicherheitschip
- UEFI-Boot statt altem BIOS
- Mindestens 4 GB RAM (besser 8 GB)
- 64 GB Speicherplatz
- Prozessor nicht älter als 2017-2018
So checkst du das in 2 Minuten:
- Drücke
Windows-Taste + R - Tippe
msinfo32und drücke Enter - Prüfe bei „Systemübersicht“:
- BIOS-Modus sollte „UEFI“ sein
- TPM-Version sollte 2.0 sein
Alternativ: Microsoft bietet das kostenlose Tool „PC Health Check“ an.
Realistisch: Geräte älter als 6 Jahre müssen meist ersetzt werden. Geräte von 2018-2020 können oft mit BIOS-Updates nachgerüstet werden.
2. Software-Inventar: Was läuft bei dir?
Erstelle eine Liste aller geschäftskritischen Programme:
- Buchhaltungssoftware (z.B. Lexoffice, DATEV)
- Branchensoftware (z.B. CAD, Warenwirtschaft)
- Office-Anwendungen
- Spezial-Hardware (Scanner, Kassensysteme, Kartenlesegeräte)
Frage beim Hersteller nach: Läuft Version XY unter Windows 11? Brauche ich ein Update? Kostet das extra?
Typische Stolperfalle: Alte USB-Dongles für Lizenzschutz funktionieren oft nicht mehr. Auch 32-Bit-Programme machen manchmal Probleme.
3. Daten & Backup: Ist alles gesichert?
Kritische Frage: Wenn morgen ein Gerät ausfällt – wo sind die letzten Rechnungen, Kundendaten, Projekte?
- Lokale Dateien auf C:\Users[Name]
- E-Mail-Archive (PST-Dateien bei Outlook)
- Netzlaufwerke und Server
- Cloud-Dienste (teilweise automatisch, aber prüfen!)
Jetzt ist der Zeitpunkt für ein vollständiges Backup. Eine externe Festplatte oder Cloud-Lösung wie Synology, Veeam oder auch Nextcloud sollten Pflicht sein.
4. Benutzer & Berechtigungen: Wer braucht was?
- Wie viele Mitarbeiter arbeiten mit welchen Geräten?
- Wer hat Admin-Rechte (sollten so wenige wie möglich sein)?
- Nutzt ihr ein zentrales Benutzerverwaltungssystem (Active Directory, Microsoft 365)?
Wichtig für später: Bei Windows 11 sollten Mitarbeiter nur noch Standard-Benutzerkonten haben. Admin-Rechte nur für Installation und Wartung – das reduziert Angriffsfläche drastisch.

Die 3 Upgrade-Wege: Was passt zu dir?
Es gibt nicht DEN richtigen Weg – es kommt auf deine Situation an.
Weg 1: Neue Geräte kaufen
Wann sinnvoll:
- Deine Geräte sind älter als 6 Jahre
- Du planst eh eine Modernisierung
- Hardware-Anforderungen werden nicht erfüllt
Vorteile:
- Frische Installation, keine Altlasten
- Moderne Hardware = bessere Performance
- Oft mit Windows-11-Lizenz vorinstalliert
Nachteile:
- Höhere Anschaffungskosten
- Alte Daten und Programme müssen migriert werden
Kostenfaktor: Business-Laptops ab 600-1.200 €, Desktop-PCs ab 500-900 €. Bei mehreren Geräten lohnen sich oft Flottenrabatte.
Tipp: Gebrauchte Business-Geräte (z.B. Dell Latitude, Lenovo ThinkPad) sind oft günstiger und robuster als Consumer-Modelle.
Weg 2: In-Place-Upgrade (auf bestehenden Geräten)
Wann sinnvoll:
- Deine Hardware erfüllt die Anforderungen
- Budget ist knapp
- Programme und Daten sollen erhalten bleiben
Vorteile:
- Kostengünstig (nur Arbeitszeit, evtl. neue Lizenzen)
- Programme und Einstellungen bleiben meist erhalten
- Schnell umsetzbar
Nachteile:
- Risiko: Upgrade kann fehlschlagen oder instabil laufen
- Altlasten werden mitgeschleppt
- Nicht bei allen Geräten möglich
So geht’s:
- Backup machen (wirklich!)
- Windows-11-Installationsassistent von Microsoft herunterladen
- Upgrade durchführen (dauert 1-3 Stunden)
- Software und Treiber prüfen
Achtung: Bei selbst zusammengebauten PCs oder sehr speziellen Konfigurationen kann es Treiberprobleme geben.
Weg 3: Clean Install (Neuinstallation)
Wann sinnvoll:
- Du willst ein frisches, schnelles System
- Hardware ist Windows-11-fähig
- Du hast Zeit für komplette Neueinrichtung
Vorteile:
- Sauberste Lösung, keine Altlasten
- Beste Performance
- Gelegenheit, Software und Prozesse zu optimieren
Nachteile:
- Alle Programme müssen neu installiert werden
- Höherer Zeitaufwand
- Mehr technisches Know-how nötig
Zeitaufwand: Pro Gerät 3-8 Stunden (je nach Software-Umfang).
Must-Haves: Die 4 Sicherheitsmaßnahmen, die du nicht auslassen darfst
Ein Upgrade auf Windows 11 ist der perfekte Zeitpunkt, um Sicherheitslücken zu schließen. Diese vier Maßnahmen sollten Pflicht sein:
1. BitLocker-Verschlüsselung aktivieren
Was es bringt: Wenn ein Laptop gestohlen wird oder verloren geht, sind die Daten ohne Passwort unlesbar.
So geht’s: Windows 11 Pro bietet BitLocker integriert. Einfach in den Einstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ → „Geräteverschlüsselung“ aktivieren.
Wichtig: Recovery-Key sicher aufbewahren (z.B. im Passwort-Manager)!
2. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einführen
Was es bringt: Selbst wenn jemand dein Passwort kennt – ohne zweiten Faktor (z.B. Handy-App) kommt er nicht rein.
Wo einrichten:
- Microsoft-365-Konten
- Google Workspace
- Cloud-Dienste (Nextcloud, Dropbox etc.)
- Passwort-Manager wie 1Password oder Bitwarden
Reality-Check: 99% aller Konto-Hacks ließen sich durch MFA verhindern. Es kostet nichts, spart aber potentiell Zehntausende Euro.
3. Standardbenutzer statt Admin-Rechte
Was es bringt: Schadsoftware kann sich ohne Admin-Rechte deutlich schwerer im System einnisten.
So geht’s:
- Für jeden Mitarbeiter ein Standard-Benutzerkonto anlegen
- Nur ein separates Admin-Konto für IT-Wartung
- Bei Software-Installation: temporär Admin-Passwort eingeben
Praxis-Tipp: Ja, das ist am Anfang nervig. Aber nach zwei Wochen läuft’s und dein Risiko sinkt massiv.
4. Automatisches Patch-Management
Was es bringt: Windows- und Software-Updates laufen automatisch, Sicherheitslücken werden sofort geschlossen.
So geht’s:
- Windows Update auf „automatisch“ stellen
- Für Unternehmen: WSUS oder Cloud-Lösungen wie Microsoft Intune nutzen
- Alternativ: Patch-Management-Service buchen (wir bieten das ab 2,99 €/Gerät/Monat an)
Realität: Die meisten Hacks passieren durch bekannte, aber nicht gepatchte Lücken. Updates sind dein Airbag.
Dein Mini-Projektplan: In 1-5 Tagen zu Windows 11
Du musst das nicht alleine stemmen. Aber wenn du’s selbst machen willst oder intern organisierst, hilft dir dieser Plan:
1. Tag: Bestandsaufnahme (3-4 Stunden)
- Hardware-Check aller Geräte (TPM, UEFI)
- Liste aller genutzten Programme erstellen
- Software-Kompatibilität beim Hersteller prüfen
- Aktuelles Backup aller Daten erstellen
2-3 Tag: Vorbereitung (4-8 Stunden)
- Windows-11-Lizenzen kaufen (falls nötig)
- Testgerät auswählen und upgraden
- Alle Programme installieren und testen
- Dokumentation schreiben (was funktioniert, was nicht)
4-5 Tag: Roll-out (je nach Gerätezahl)
- Backup aller Produktivgeräte
- Upgrade/Neuinstallation durchführen
- Software nachinstallieren
- Sicherheitsmaßnahmen aktivieren (BitLocker, MFA, Standardbenutzer)
- Kurze Einweisung für Mitarbeiter
Realistische Zeitplanung:
- 1-5 Geräte: 1-2 Tage
- 6-20 Geräte: 3-5 Tage (gestaffelt)
- 20+ Geräte: besser extern unterstützen lassen
Risiko-Check: Was kann schiefgehen?
| Risiko | Wahrscheinlichkeit | Lösung |
|---|---|---|
| Upgrade schlägt fehl | Mittel | Backup vorhanden? → Clean Install |
| Software läuft nicht | Gering-Mittel | Vorab testen, Update vom Hersteller holen |
| Datenverlust | Gering | Nur mit aktuellem Backup upgraden |
| Produktivitätsausfall | Mittel | Gestaffelter Roll-out, nicht alle auf einmal |
| Mitarbeiter sind überfordert | Mittel | Kurze Schulung, FAQ bereitstellen |
Worst-Case-Szenario: Das Upgrade bricht ab. Dann rollst du zurück auf Windows 10 (geht innerhalb 10 Tage automatisch) und machst eine Neuinstallation – darum ist das Backup so wichtig.
Kosten: Was kommt auf dich zu?
Transparenz ist wichtig. Hier eine realistische Kalkulation:
- Szenario: Upgrade auf bestehenden Geräten
- Arbeitszeit (intern oder extern): 2-4 Stunden pro Gerät
- Windows-11-Lizenz (falls nötig): 0-145 € pro Gerät
- Software-Updates: 0-300 € je nach Programm
- Gesamt pro Gerät: 150-800 €
2. Szenario: Neue Geräte kaufen
- Business-Laptop/PC: 600-1.200 € (mit Windows 11)
- Einrichtung: 2-3 Stunden
- Datenmigration: 1-2 Stunden
- Gesamt pro Gerät: 700-1.500 €
3. Szenario: Extern unterstützen lassen
- Bestandsaufnahme & Beratung: 150-300 €
- Upgrade-Service pro Gerät: 100-250 €
- Vollständige Migration: 300-600 € pro Gerät
Versteckte Kosten vermeiden:
- Keine „kostenlosen“ Windows-Versionen aus dem Internet (siehe Praxisbeispiel oben)
- Nicht am Backup sparen
- Nicht ohne Test auf Produktivgeräten upgraden
Unsere flexible Unterstützung: Bei itsupport.online buchst du genau die Hilfe, die du brauchst – ohne feste Verträge. Ob 30-Minuten-Beratung für 49 € oder vollständige Migration, du entscheidest.
Häufige Fragen (FAQ)
Technisch ja, aber es wird jeden Tag unsicherer. Für Unternehmen ist das grob fahrlässig und kann bei Cyberangriffen rechtliche Konsequenzen haben.
Drei Optionen: (1) Neues Gerät kaufen, (2) auf Linux umsteigen (für einfache Aufgaben), (3) das Gerät nur noch offline für spezielle Anwendungen nutzen.
Ja. Ein einzelnes infiziertes Gerät kann über E-Mail oder Cloud-Dienste auch Partner und Kunden gefährden. Außerdem riskierst du deinen Versicherungsschutz.
Bei einem gut vorbereiteten Gerät: 2-3 Stunden. Bei mehreren Geräten ohne Vorbereitung: mehrere Tage.
Windows 11 hat eine Recovery-Funktion. Im schlimmsten Fall bootest du zurück zu Windows 10 oder machst eine Neuinstallation – deshalb ist das Backup so wichtig.
Bei 1-3 Geräten und einfacher Software: oft selbst machbar mit Anleitung. Bei mehr Geräten, komplexer Software oder wenn du unsicher bist: externe Hilfe spart Zeit und Nerven.
Fazit: Jetzt handeln lohnt sich
Das Support-Ende von Windows 10 ist kein IT-Problem – es ist ein Unternehmensproblem. Cybersicherheit, Compliance, Versicherungsschutz und Wettbewerbsfähigkeit hängen daran.
Die gute Nachricht: Mit diesem Fahrplan hast du einen klaren Plan. Du weißt, was zu tun ist, welche Risiken bestehen und wo du Hilfe bekommst.
Der nächste Schritt:
- Jetzt: Lade dir unsere Windows-11-Upgrade-Checkliste herunter (PDF, kostenlos)
- Diese Woche: Mach die 30-Minuten-Bestandsaufnahme
- Innerhalb 14 Tage: Starte mit einem Testgerät
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